D/S: Dominant vs. Submissiv
Diese Dimension behandelt die Machtdynamik in sexuellen Interaktionen und konzentriert sich darauf, wer führt und wer folgt. Dominante (D) genießen es, zu führen und ihre Partnerin oder ihren Partner zu kontrollieren, häufig in Kontexten wie BDSM. Submissive (S) finden dagegen Lust darin, Anweisungen anzunehmen und sich auf Grundlage von Vertrauen und Hingabe unterzuordnen. In der Praxis sind diese Dynamiken nicht bloß Rollenspiel, sondern erfordern Einvernehmen und Sicherheit (z. B. Safewords) zwischen den Partnerinnen und Partnern.
Dominant
Dominante konzentrieren sich darauf, die Handlungen, Bewegungen und Lust ihrer Partnerin oder ihres Partners zu steuern. Das reicht vom Körperlichen (z. B. Fesselung) bis zum Psychologischen (z. B. Befehle) und erfordert große Verantwortung. Dominante respektieren die Grenzen ihrer Partnerin oder ihres Partners und bauen über „Aftercare“ (Stabilisierung nach dem Sex) Vertrauen auf. In realen Communities gestalten Dominante oft „Szenen“, die sich von der Fantasie bis in den Alltag erstrecken können.
Konkrete Beispiele
bedroom:
- Die Handgelenke der Partnerin oder des Partners mit Seidentüchern fesseln, „Beweg dich nicht, ich kümmere mich um alles“ flüstern, mit Küssen beginnen und das Tempo steuern. Die Stimulation hinauszögern, bis die Partnerin oder der Partner bettelt: „Bitte mehr.“
- Ein Kissen unter die Hüfte der Partnerin oder des Partners legen, die Beine spreizen lassen und befehlen: „Schließ die Augen und spür einfach, was ich mache“ – dabei zwischen Federn, Eis und Lippen abwechseln
- Die Partnerin oder den Partner vor einen Spiegel setzen, von hinten berühren und anweisen: „Sieh zu, was ich mit dir mache“, sodass die Reaktionen selbst beobachtet werden
roleplay:
- Im Rollenspiel „Chefin oder Chef und Assistenz“ befehlen: „Liefer heute statt des Berichts deinen Körper“ und die Partnerin oder den Partner mit Anweisungen auf den Schreibtisch führen
- Im Szenario „Lehrperson und Studierende“ sagen: „Du hast die Hausaufgabe nicht gemacht? Dann musst du bestraft werden“, die Partnerin oder den Partner auf den Schoß nehmen und leicht versohlen
- Rollenspiel „Polizei und Verdächtige“ mit Spielzeug-Handschellen: „Du bist verhaftet, du hast keine Rechte, nur Pflichten“
- Im Szenario „Fotografin oder Fotograf und Model“: „Zieh dich jetzt aus und nimm die Pose ein, die ich will“ und verschiedene Posen durchgehen
daily:
- Morgens anweisen: „Trag heute nur die Kleidung, die ich aussuche“, um den ganzen Tag Spannung aufrechtzuerhalten
- In der Öffentlichkeit die Fernbedienung eines Funk-Vibrators halten und die Partnerin oder den Partner steuern – beim Essen oder Einkaufen überraschend aktivieren
- Anweisen: „Trag heute keine Unterwäsche“ und den ganzen Tag per Nachricht daran erinnern, um die Spannung zu halten
- Beim Date flüstern: „Ich plane gerade, was ich mit dir mache, sobald wir zu Hause sind“, als Vorschau
- Vor der Arbeit eine Aufgabe stellen: „Geh in der Mittagspause aufs Klo und schick mir ein Foto“
bdsm:
- Mit Peitsche oder Paddle leicht zuschlagen, dabei fragen „Gut? Härter?“ und je nach Reaktion anpassen
- Wachsspiel: Niedrig schmelzendes Massagekerzenwachs auf Rücken oder Brust tropfen, dabei fragen „Heiß? Schaffst du das?“
- Sinnesentzug: Augen mit Augenbinde und Ohren mit Ohrstöpseln verschließen, dann mit unvorhersehbaren Berührungen die Spannung maximieren
- Orgasmuskontrolle: Die Regel „Du kommst nur mit meiner Erlaubnis“ festlegen, bis an den Rand stimulieren und immer wieder aufhören
- Bondage-Tape oder Seile in komplexen Mustern, kunstvolle Fesselung mit der japanischen „Shibari“-Technik
psychological:
- Fragen: „Wie oft hast du heute an mich gedacht? Beweis es“ und die Partnerin oder den Partner ein Unterwerfungs-Tagebuch führen lassen
- Die Partnerin oder der Partner spricht die dominante Person nur mit „Meister“ oder einem gewählten Titel an – bei Versäumnis gibt es eine leichte Strafe
- Beim Essen knien lassen und von Hand füttern
- Im Bett sagen: „Ich bringe dir bei, dankbar zu sein“ und die Partnerin oder den Partner bei jeder Stimulation Dank aussprechen lassen
💡팁
Lege als Anfängerin oder Anfänger Safewords fest (z. B. „Rot“ für Stopp, „Gelb“ zum Nachfragen) und achte als Dominante oder Dominanter immer auf die Gefühle deiner Partnerin oder deines Partners. Laut Community-Guides gilt: „Selbstvertrauen ist für Dominante zentral – übertriebener Druck ist aber tabu.“ Aftercare (Umarmungen, Wasser, Lob) nach dem Sex ist unverzichtbar.
Submissiv
Submissive genießen es, die Kontrolle abzugeben und befreiende Unterwerfung zu erleben. Das kann in den „Subspace“ führen (extremer Versunkenheitszustand, Euphorie durch Endorphine) und psychologisch heilsam wirken. Gleichzeitig haben Submissive das Recht, klare Grenzen zu setzen und ihre dominante Person selbst zu wählen.
Konkrete Beispiele
bedroom:
- Mit Augenbinde und kniend auf Anweisungen „Ja, Meister“ antworten und sich bewegen. Den Körper jedes Mal hingeben, wenn die dominante Person berührt
- Mit gespreizten Beinen und hinter dem Rücken gefesselten Händen am Bettrand sitzen, dem „Beweg dich nicht“-Befehl folgen und die Stimulation aushalten
- Unter der Regel „Gib keinen Ton von dir, bis ich es erlaube“ den Mund geschlossen halten und die Lust zurückhalten
- In einer Fußfetisch-Szene die Füße der dominanten Person küssen und massieren und so Unterwerfung ausdrücken
roleplay:
- Im Rollenspiel „Sklavin oder Sklave und Meister“ sagen: „Ich tue alles“ und den Befehlen folgen (z. B. Massage oder Oralservice)
- Im Szenario „Hausmädchen und Hausherr“: vortäuschen zu putzen und auf „Du hast es nicht richtig gemacht, dafür bekommst du eine Strafe“ reagieren
- „Pet Play“ mit Halsband und Leine: auf allen vieren krabbeln und Lob wie „Brave Pet“ empfangen
- Im Szenario „Gefangene und Verhörende“ die Hänselei aushalten, während es heißt: „Ich mache weiter, bis du das Geheimnis verrätst“
daily:
- Wenn die dominante Person sagt „Koch heute Abend und servier es mir“, diese Anweisung mit sexueller Spannung aufladen
- Den ganzen Tag einen Vibrator tragen, den die dominante Person per Fernbedienung steuert, und Nachrichten wie „Ich hab ihn gerade angeschaltet“ erhalten
- Der Anweisung „Zieh deinen Slip aus und steck ihn in meine Tasche“ folgen und den ganzen Tag erregt sein
- In der Öffentlichkeit einen Schritt hinter der dominanten Person gehen und ohne Erlaubnis nicht vorausgehen
- Jeden Morgen eine Nachricht an die dominante Person senden: „Guten Morgen, ich warte auf die heutigen Befehle“
bdsm:
- Ein Halsband (Kette) tragen und beim „Walk Play“ an der Leine geführt werden. Belohnt werden mit Lob wie „Gutes Mädchen/guter Junge“
- An eine Spanking-Bank oder ein Andreaskreuz gefesselt Impact Play mit verschiedenen Tools (Peitsche, Paddle, Flogger) empfangen
- Nippelklemmen mit Gewichten tragen, um die Empfindung zu verstärken, und auf „Es tut weh“ mit „Noch ein bisschen“ ermutigt werden
- Käfig-Play: In einen kleinen Raum gehen und warten, bis die dominante Person einen wieder herauslässt
- Temperatur-Play mit Eis oder heißem Wachs empfangen und dabei immer wieder „Danke“ sagen
brat:
- Absichtlich Regeln brechen und mit „Ich mach’s nicht“ widerstehen, um eine Strafe herauszufordern
- „Fang mich doch“ rufen und weglaufen, gefangen werden und hören: „Bereit für die Strafe?“
- Trotzig mit den Augen rollen oder mit der Zunge schnalzen und sich aufgeilen, wenn es heißt: „Die Haltung werde ich dir abgewöhnen“
- Provozieren: „Kannst du nicht mehr?“, um die dominante Person zu noch härterem Vorgehen zu bringen
💡팁
Setze als Submissive klare Grenzen (erstelle eine Liste mit Hard Limits und Soft Limits) und merk dir eure Safewords. Wie es im Forum heißt: „Unterwerfung ist zentral, aber Einvernehmen ist Pflicht – du kannst jederzeit stoppen.“ Fordere Aftercare aktiv ein, um dich auf einen möglichen Subdrop (emotionales Tief nach dem Sex) vorzubereiten.
Dialogbeispiele
Wenn die dominante Person führt
"„Heute entscheide ich alles. Schließ die Augen. Beweg dich nicht, bis ich es sage.“"
"„Arme hoch. … Gutes Mädchen/guter Junge. Jetzt fessele ich dich.“"
"„Willst du mehr? Dann bettle. Ob du es bekommst, hängt davon ab, wie gut du bettelst.“"
"„Halt jetzt den Atem an. Halt ihn, bis ich ‚atmen‘ sage. Schaffst du das?“"
"„Du willst kommen? Dann frag mich höflich um Erlaubnis.“"
Wenn die submissive Person folgt
"„Meister … was soll ich heute tun, damit du dich gut fühlst?“"
"„Du darfst ruhig härter sein … ich war ungezogen.“"
"„Kannst du meine Handgelenke fesseln? Ich rühr mich nicht.“"
"„Ja … ich mache, was du sagst. Soll ich es selbst tun oder gibst du mir Anweisungen?“"
"„Danke … es gefällt mir so sehr, wenn du das tust, Meister.“"
Switch
Switches bewegen sich frei zwischen Dominant und Submissiv und wechseln je nach Partnerin oder Partner bzw. Stimmung. Das bringt Flexibilität und Abwechslung und ermöglicht dynamische Machtwechsel sogar innerhalb einer einzigen Beziehung.
- An einem Abend zuerst dominant, später submissiv: „Jetzt bin ich dran, ich fessele dich“
- Power-Wrestling: Um die Vorherrschaft ringen; wer gewinnt, ist an diesem Tag dominant
- Wöchentlicher Rollenplan: eine Person ist Mo/Mi/Fr Dom, am Di/Do/Sa wird getauscht
- Mit „Führ mich heute“ bitten und die Rollen natürlich wechseln
- Per Würfelspiel oder Kartenziehen die Rolle des Tages bestimmen
💡팁
Beide Rollen zu erleben hilft dir, die Perspektive deiner Partnerin oder deines Partners besser zu verstehen. Gib beim Wechseln klare Signale („Sollen wir jetzt tauschen?“).















